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03.12.2021

Erfolgreiche Bewerbung: Hagen ist „klimakommune.digital!“

• Bis zu 4 Millionen Euro Fördervolumen durch Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
• Ziel: Lösungen für kommunale Digitalisierung und kommunalen Klimaschutz entwickeln
• Dreijährige Projektlaufzeit ab 1. Januar 2022

+++ Gemeinsame Pressemitteilung +++ Die Stadt Hagen hat sich gemeinsam mit der ENERVIE Service GmbH, einem Tochterunternehmen der ENERVIE Gruppe, weiteren städtischen Konsortialmitgliedern sowie dem Industriebetrieb Waelzholz um das Förderprojekt „klimakommune.digital" beworben und nun den Zuschlag erhalten.

Das deutschlandweit ausgeschriebene Förderprojekt ist mit bis zu 4 Millionen Euro dotiert. Die Mittel werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vergeben, die Leitung liegt in den Händen der Deutschen Energie-Agentur (dena). Die Deutsche Energie-Agentur ist das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und intelligente Energiesysteme. Als „Agentur für angewandte Energiewende" trägt sie zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung bei.

Die Entscheidung für die Stadt Hagen wurde am Donnerstag, 2. Dezember 2021, im Rahmen des virtuellen „Future Energy Day" in Berlin durch den dena-Projektleiter Lukas Knüsel offiziell verkündet und damit der Startschuss für die dreijährige Projektlaufzeit ab dem 1. Januar 2022 gegeben.

Das Projekt „klimakommune.digital" steht unter den Leitthemen Klimaschutz und Digitalisierung. Mit dem Projekt möchte die Stadt nicht nur die digitale Energiewende vorantreiben, sondern vor allem die städtischen CO2-Emissionen transparent machen. Neben der ENERVIE Service GmbH gehören zu den weiteren Konsortialmitgliedern der Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR, der Hagener Entsorgungsbetrieb GmbH, die Hagener Umweltservice- und Investitionsgesellschaft mbH, die Hagener Straßenbahn AG und das Industrieunternehmen C.D. Waelzholz. Das Konsortium hat sich mit seiner starken Bewerbung für dieses Projekt dem kommunalen Klimaschutz verschrieben und möchte einen maßgeblichen Beitrag zur Idee des „Europäischen Bauhauses" von EU-Ratspräsidentin Ursula von der Leyen liefern: die Vereinbarkeit von Mensch und Natur in einer modernen Industriegesellschaft.

Oberbürgermeister Erik O. Schulz: „Aus Sicht der Stadt Hagen haben die Kommunen im Gesamtprozess der digitalen Transformation hin zu smarten Städten eine entscheidende Verantwortung dafür, dass die Weichen für die Zukunft richtig gestellt werden. Die komplexen und langfristigen Herausforderungen im Sinne der kommunalen Daseinsvorsorge meistern wir nur dann erfolgreich, wenn sich die Kommunen dieser Verantwortung bewusst sind und sich an die Spitze des Transformationsprozesses stellen."

ENERVIE Vorstand Volker Neumann ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit der Stadt zukünftig noch intensiver an den Themen Klimaschutz und Digitalisierung arbeiten werden. Das sind Themen, bei denen wir voran gehen müssen und hier die Möglichkeit haben, dies in einem großartigen kommunalen Konsortium zu tun. In dem Team ist Schaffenskraft zu spüren, die Mut macht und Zuversicht zeigt, uns diesen Herausforderungen stellen zu können."

Waelzholz freut sich über die Nominierung in dem Projekt, das nationale Strahlkraft für die Region entfaltet. „Wir sehen in diesem Projekt insbesondere eine Chance für die weiteren Fortschritte in Richtung Wasserstoffversorgung. Als Eckpfeiler für die Klimawende in der Region", sagt Michael Bösebeck, Prokurist bei Waelzholz.

„klimakommune.digital" – Lösungen für kommunale Digitalisierung und Klimaschutz

Das Projekt „klimakommune.digital" soll eine Antwort auf die Frage geben, wie Klimawandel und Digitalisierung in Zukunft das Gesicht der Kommunen in Deutschland verändern werden. Ziel ist, unter Beteiligung aller kommunalen Akteure, „Data Scientists" sowie innovativer Unternehmen Lösungen für die kommunale Digitalisierung und den kommunalen Klimaschutz zu entwickeln. Über drei Jahre wird daher in mehreren Phasen die Verfügbarkeit, Qualität und Verwertung von kommunalen Umweltdaten (mit besonderem Fokus auf CO2) verbessert und dieses Potenzial über die gesamte Datenwertschöpfung gehoben. Zudem sollen auf Basis digitaler Technologien Lösungen entwickelt werden, die zur Reduktion von Treibhausgasemissionen beitragen können. Die Ergebnisse werden Kommunen dazu befähigen, Umweltdaten besser zu erheben, diese zur Optimierung ihrer ökologischen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit zu nutzen, sie für digitale Innovationen im kommunalen Raum bereitzustellen und zugleich die Akzeptanz von klimapolitischen Entscheidungen bei den Bürgern durch Teilnahme und Datenkompetenz zu erhöhen.

Thomas Köhler, Leiter des Umweltamtes der Stadt Hagen: „Wir betrachten den Klimaschutz nicht als rein städtische, sondern nationale und internationale Aufgabe. Damit Europa der erste klimaneutrale Kontinent wird, bedarf es eines Rahmens, der sich auf möglichst viele Städte und Länder übertragen und anwenden lässt."

Dr. Julia Peltzer, Projektleiterin seitens ENERVIE Service GmbH, ergänzt: „Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, mit einem neuen Standard anderen Städten Handlungsempfehlungen geben zu können, mit denen der Green Deal der Europäischen Kommission gelingt."

Stadt Hagen als repräsentative Kommune für das Pilotprojekt „klimakommune.digital"

Für das Pilotprojekt wurde als repräsentative Kommune in Deutschland die Stadt Hagen ausgewählt. Sie weist die Besonderheit auf, dass sie über mehr als 40 Prozent Waldfläche verfügt. Dies hat unter anderem zur Folge, dass sich die Bevölkerung in einzelnen Quartieren verdichtet, während in unmittelbarer Nachbarschaft weite Teile des Stadtgebiets eine ländliche Struktur aufweisen. Hinzu kommt die besondere Situation, dass Hagen mit der Ruhr, der Volme, der Lenne und der Ennepe gleich von vier Flüssen durchzogen wird. Damit ist Hagen nicht nur hinsichtlich der Bevölkerungsdichte und ihrer Topographie im deutschen sowie europäischen Kontext als repräsentativ einzuschätzen, sondern auch für den urbanen und ländlichen Raum. Hagen gehört außerdem zur Region Südwestfalen – die als Industrie- und Technologiestandort Nummer eins im metropolenfernen, ländlichen Raum NRW gilt.

Kooperation im Rahmen des „Future Energy Lab" der Deutschen Energie-Agentur

Das Projekt „klimakommune.digital" wird im Rahmen des „Future Energy Lab" der Deutschen Energie-Agentur umgesetzt. Das „Future Energy Lab" wurde im Januar 2021 im Auftrag des BMWis durch die Deutsche Energie-Agentur initiiert und soll die Digitalisierung der Energiewende durch Pilotprojekte vorantreiben. Konkret sollen im Rahmen des „Future Energy Lab" digitale Technologien wie z.B. künstliche Intelligenz oder Blockchain erprobt werden. Weiterhin versteht sich das Future Energy Lab als Ort an dem sich Beteiligte der Energiewende, im Besonderen die Digitalwirtschaft und die Energiewirtschaft, vernetzen können. Hierzu entsteht derzeit in Berlin in den Räumlichkeiten der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Berlin ein physischer Standort für das „Future Energy Lab". Das Ziel des „Future Energy Lab" ist es, dadurch zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung beizutragen.

Die wissenschaftliche Begleitung im Projekt „klimakommune.digital" führen die Fraunhofer Forschungseinrichtung aus Lemgo sowie das Beratungsunternehmen Deloitte aus Düsseldorf durch. Die Stadt Hagen ist fachlich mit dem Umweltamt und dem Fachbereich Geoinformation und Liegenschaftskataster im Projekt vertreten. Die Gesamtkoordination dieses Smart City-Projektes obliegt dem Leiter der Taskforce Digitalisierung, Christian Lazar, als Teil des Fachbereichs Informationstechnologie und Zentrale Dienste.

Hagen, 03.12.2021