ENERVIE Erzeugt. Kraftwerke für Versorgungssicherheit.

Herausforderung Energiewende

Mark-E ist der Kraftwerksbetreiber innerhalb der ENERVIE Gruppe und hat in den letzten Jahren seinen Erzeugungs-Mix deutlich „vergrünt“: Der Anteil der fossilen Energieträger wurde insbesondere durch die Stilllegung der beiden Steinkohle-Blöcke im Kraftwerk Werdohl-Elverlingsen deutlich reduziert. Die ENERVIE Gruppe setzt stattdessen im Rahmen ihrer „Strategie 2025“ auf einen deutlichen Ausbau erneuerbarer Energien.

Aktuell verfügt Mark-E über ein Kraftwerksportfolio von rund 600 Megawatt (MW) Leistung:

  • Wir betreiben zusammen mit unserem Partner Statkraft die Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Anlage Herdecke (417 MW)
  • Gemeinsam mit unserem Partner STAWAG betreiben wir das 2018/19 modernisierte und erweiterte Pumpspeicherwerk Finnentrop-Rönkhausen (140 MW)
  • Wir betreiben die größte Biomasseverstromungsanlage der Region (20 MW) in Hagen-Kabel
  • Zusammen mit dem Ruhrverband betreiben wir die Klärschlammverbrennungsanlage in Werdohl-Elverlingsen (4 MW)
  • Weiterhin betreiben wir drei Laufwasserkraftwerke (ca. 5 MW), eine Windkraftanlage in Lüdenscheid (3 MW) sowie diverse Photovoltaikanlagen (ca. 1 MW)

 

Immer mehr Strom wird bundesweit aus regenerativen Quellen gewonnen. 2020 wurden bereits fast 50 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms durch Erneuerbare Energien wie Wind, Sonne und Wasser zur Verfügung gestellt - mit steigender Tendenz. Mark-E hat den Wandel angenommen: So nutzt das Unternehmen heute die Kompetenzen aus dem Betrieb konventioneller Kraftwerke vermehrt für die Projektentwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien in der Region. Auch der Betrieb der GuD-Anlage Herdecke als „sauberste“ konventionelle Energieerzeugung im Vergleich zu Steinkohle- und Braunkohlekraftwerken verbessert die Erzeugungs- und damit Klimabilanz.

GuD-Anlage Herdecke

GuD-Anlage Herdecke

Seit 1908 wird am ältesten Kraftwerksstandort der Mark-E in Herdecke Strom erzeugt. Ab 2005 errichtete Mark-E zusammen mit dem norwegischen Energieunternehmen Statkraft eine umweltfreundliche Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort. Das Kraftwerk ging im Herbst 2007 in Betrieb und zählt mit einem Wirkungsgrad von rund 59 Prozent immer noch zu den weltweit effizientesten Anlagen seiner Art. Für die Stromerzeugung nutzt es ein besonderes effektives Verfahren: In einem kombinierten Prozess wird in einer 270-MW-Gasturbine mit einem nachgeschalteten Abhitzekessel sowie einer 147-MW Dampfturbine die Energie in Elektrizität umgewandelt. Im Vergleich zu einem modernen Kohlekraftwerk erspart die GuD-Anlage der Umwelt bei der Stromerzeugung damit jährlich über eine Million Tonnen Kohlendioxid.

Nachdem vor einigen Jahren insbesondere Gaskraftwerke unter den veränderten Marktbedingungen im Rahmen der Energiewende litten und auch die GuD Anlage in Herdecke nur noch wenige Betriebsstunden zu verzeichnen hatte, geht es nun stetig bergauf: Im Jahr 2020 konnte die Anlage ihre Betriebsdauer auf über 3.900 Stunden steigern (2019: ca. 2.700 Stunden). Auch die Stromproduktion stieg auf fast 1.500 Gigawattstunden (GWh) an.

Hauptgrund hierfür ist eine weiter verbesserte Marktsituation. Diese wird bestimmt von mehreren Faktoren wie der schrittweisen Abschaltung von Kernkraftwerken, einem deutlich höheren CO2-Preis, einem niedrigen Gaspreisniveau und dem starken Rückgang der Kohleverstromung.

Aufgrund der schwierigen Marktsituation war das Betriebskonzept in den vergangenen Jahren angepasst und die Anlage zwischenzeitlich in einen Reservebetrieb überführt worden. Seit Frühjahr 2020 wird das GuD-Kraftwerk Herdecke nun wieder im „24/7“-Betrieb rund um die Uhr flexibel eingesetzt. Hierfür wurde die Belegschaft am Standort Herdecke entsprechend aufgestockt und insgesamt sechs neue Mitarbeiter eingestellt.

 

PSW Rönkhausen

Das Pumpspeicherwerk Rönkhausen – unverzichtbarer Baustein der Energiewende

Das Pumpspeicherwerk (PSW) in Finnentrop-Rönkhausen ist eines von nur zwei Pumpspeicherwerken in NRW. Es wurde im Jahr 1969 in Betrieb genommen und war eine technische Pionierleistung: Mit einer mittleren Fallhöhe von 266 Metern war es das erste Pumpspeicherwerk in Deutschland, das mit einer neu entwickelten „Francis-Pumpenturbine“ Pumpfunktion und Leistungserzeugung in einer Einheit verband. Im Pumpspeicherwerk Rönkhausen wurden zwei Maschinensätze des damaligen neuen Typs mit einer Leistung von je 70 Megawattel installiert.

Obwohl der Bau insbesondere des Oberbeckens mit einem Stauinhalt von etwa 1,2 Mio. Kubikmetern auf dem Dahlberg in einer Höhe von ca. 570 ü. NN einen großen Eingriff in die Natur darstellte, wurde das Pumpspeicherwerk schnell von der ortsansässigen Bevölkerung akzeptiert. Mehr noch – es entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem beliebten Ausflugsziel („Juwel des Sauerlandes“). Für das 270 Meter tiefer im Tal gelegene Unterbecken wurde der dort verlaufene Glingebach genutzt und angestaut. Die damalige Speicherkapazität (Äquivalent zur Wassermenge) des Oberbeckens belief sich auf rund 690 Megawattstunden (MWh) und konnte binnen 5 Stunden befüllt oder geleert werden.

Sanierung und Kapazitätserweiterung in 2018

Für den sicheren und wirtschaftlichen Weiterbetrieb des Pumpspeicherwerks waren nach ca. 50 Jahren Betrieb umfangreiche Sanierungs- und Revisionsarbeiten erforderlich. Das hierfür notwendige Investitionsvolumen betrug ca. 25 Mio. Euro. Mark-E wollte diese Investition nicht alleine tragen, deshalb wurde ein strategischer Partner gesucht.

Dieser wurde mit der Stadtwerke Aachen AG (STAWAG) gefunden, ein Besitz-/Pacht-Modell vereinbart und hierfür eine gemeinsame Gesellschaft, die „PSW Rönkhausen GmbH & Co. KG“, gegründet. Das Eigentum am PSW wurde hierbei von Mark-E auf diese Kommanditgesellschaft übertragen. An der Gesellschaft sind Mark-E und STAWAG mit jeweils 50 Prozent beteiligt, jeder der Partner stellt zudem einen Geschäftsführer.

Mark-E pachtete das PSW von der Gesellschaft und verantwortet somit genau wie in den letzten 50 Jahren Einsatzweise, Betrieb und Vermarktung. Dieses Modell hat mindestens bis zum Jahr 2030 Bestand.

Die zuständige Bezirksregierung Arnsberg verlängerte die ursprünglich in 2018 auslaufende Betriebsgenehmigung für das PSW im Zuge der Sanierung bis zum Jahr 2045. Somit ist der Weiterbetrieb mindestens bis zu diesem Zeitpunkt sichergestellt.

Biomasseverstromungsanlage Hagen-Kabel

Die Biomasseverstromungsanlage (BVA) in Hagen-Kabel wurde im Jahr 2005 als Gemeinschaftsprojekt von Mark-E und dem Papierhersteller Stora Enso Kabel in Betrieb genommen. Hierzu wurde eine gemeinsame Gesellschaft, die BVA Hagen-Kabel GmbH, gegründet. Mit einer elektrischen Leistung von 20 Megawatt ist die BVA Hagen-Kabel die größte Anlage ihrer Art in der Region.

Das umweltfreundliche Kraftwerk nutzt zur Erzeugung von Strom und Prozessdampf Holz und weitere biogene Reststoffe. Die Brennstoffe – Rinde, Kappholz, Sägemehl und -späne sowie Altholz – werden nach der Entnahme aus Lagersilos in zwei Dampferzeugern verfeuert. Die dabei freigesetzte Wärme wird vom Wasser-Dampf-System aufgenommen, es entsteht überhitzter Hochdruckdampf. Der Dampf wird der Turbine zugeführt, in der die Energie des Dampfes in mechanische Energie der sich drehenden Turbinenwelle umgewandelt wird. Die Turbine treibt den Generator an, der die elektrische Energie erzeugt.

Das Konzept der Biomasse-Verstromungsanlage ist auf einen abwasserfreien Betrieb der Rauchgasreinigungsanlage ausgelegt. Das Rauchgas wird von Schadstoffen wie Schwermetallen, Schwefeldioxid, Stickoxiden, Chlor und auch der entstehenden Flugasche gereinigt. Die Rauchgasreinigungsanlage der BVA erfüllt die Anforderungen der 17. Bundesimmissionsschutz-Verordnung (BImschVO) und unterschreitet die zulässigen Grenzwerte zum Teil um ein Vielfaches. Im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk erspart die BVA der Umwelt rund 160.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Windkraftanlage Versetalsperre

Die Windkraftanlage (WKA) an der Versetalsperre ist die erste Anlage in der Region, die von Mark-E in Eigenregie geplant, projektiert und errichtet wurde. Die Anlage vom Typ "Enercon E-115" hat 3 Megawatt Leistung und eine Gesamthöhe von 195 Metern. Errichtet wurde sie in 2016/17 als Gemeinschaftsprojekt zusammen mit den Stadtwerken Iserlohn. Diese halten 70 Prozent der Anteile an der eigens gegründeten Projektgesellschaft „Windkraft Versetalsperre GmbH & Co. KG“, die übrigen 30 Prozent hält Mark-E.

Mark-E war im Auftrag der Gesellschaft für die gesamte Infrastruktur verantwortlich, begleitete den Bau und die Inbetriebnahme durch den Anlagenlieferanten und übernahm nach der Inbetriebnahme die technische Betriebsführung. Die Stadtwerke Iserlohn verantworteten die Projektfinanzierung und übernahmen die kaufmännische Betriebsführung.

Die Anlage hat insbesondere in den beiden vergangenen Jahren die Erwartungen übererfüllt: In 2020 produzierte sie über 10 Mio. Kilowattstunden (kWh) Strom und verzeichnete dabei 3.343 Betriebsstunden. Damit wurden die ohnehin schon sehr guten Werte aus dem Jahr 2019 (ca. 9,5 Mio. kWh bei 3.164 Betriebsstunden) nochmals übertroffen.

Der von der WKA in 2020 hier vor Ort produzierte Ökostrom deckt rechnerisch somit den Strombedarf von fast 2.900 Durchschnittshaushalten. Gleichzeitig hat der an der Versetalsperre regenerativ erzeugte Strom die Umwelt im vergangenen Jahr um mehr als 3.500 Tonnen Kohlendioxid (CO2) entlastet. Die Windkraftanlage ist neben drei Laufwasserkraftwerken und Photovoltaikanlagen in der Region Teil des „KlimaFair“ Strom-Tarifs der Mark-E. Umweltbewusste Kunden erhalten hier „ihren“ Ökostrom aus der Region und können zudem noch von Prämien im Rahmen des Mark-E Energiespar-Programms profitieren.

Laufwasserkraftwerke an der Lenne

Mark-E betreibt bereits seit Jahrzehnten drei Laufwasserkraftwerke an der Lenne - in Wilhelmsthal, Bockeloh und Siesel. Sie sind im Besitz der ENERVIE Tochtergesellschaft Novastrom GmbH und an Mark-E verpachtet.

Kraftwerkspersonal der Mark-E überwacht und steuert die Kraftwerke aus einer zentralen Leitwarte und sorgt durch regelmäßige Kontrollen und Wartungsarbeiten für einen optimalen Einsatz.

Die Wasserkraftwerke der Novastrom erzeugen jährlich circa 17 GWh Strom und könnten somit den Energiebedarf von fast 5.000 durchschnittlichen Haushalten decken. Allerdings gilt für die Laufwasserkraftwerke wie für fast alle EEG-Anlagen: Die Stromproduktion richtet sich nach dem Primärenergieangebot, nicht nach dem Bedarf der Verbraucher. Das heißt: Die Wasserkraftwerke produzieren bei hohem Wasserstand der Lenne mehr Strom, bei Niedrigwasser weniger.

Die Betriebsweise kann nicht dem Verbrauchsprofil bestimmter Kunden angepasst werden. Insofern wäre ein direkte Versorgung von Haushalten nicht sinnvoll. Die Kraftwerke speisen stattdessen in das Stromnetz ein und liefern somit mal einen wichtigen Anteil der zur Versorgung aller Kunden im Netzgebiet benötigten Energie.

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Photovoltaikanlagen in der Region

ENERVIE betreibt über seine Tochtergesellschaft Novastrom in der Region derzeit 29 Fotovoltaikanlagen mit in Summe ca. 740 kW (Peak). Die älteren Anlagen wurden errichtet, um die Mehrerlöse aus den Ökostromtarifen der Mark-E, der Stadtwerke Lüdenscheid und der Stadtwerke Schwerte zu investieren. In den letzten Jahren hat Novastrom Anlagen zunehmend mit eigenem Kapital errichtet – zum Teil mit dem Finanzierungsmodell „Anlagenpacht“. 2018 wurden zwei Bestandsanlagen in Lüdenscheid übernommen.

Mehr Details zu den Anlagen finden Sie hier.